Du darfst schlafen, wo du möchtest, Glücksbärchen.

Wieder so eine Sache bei der ich mir vorher sicher war: Das mache ich nicht. Mein Kind schläft nicht mit bei uns im Bett. Meine Mutter gab mir bereits vor der Geburt den Rat: „Hol das Kind im Krankenhaus ja nicht in dein Bett. Auch wenn es verlockend ist, die ganze Zeit mit dem Baby zu kuscheln. Da gewöhnen die sich sofort dran und wollen nur noch bei dir schlafen.“ Diese Worte schwirrten mir in den Tagen im Krankenhaus die ganze Zeit im Kopf rum. Ich zwang mich, den Glücksbären immer wieder in sein Bett zurückzulegen. Stillen und ab ins Bettchen. Und ich war so stolz darauf. Immer wieder erzählte ich meiner Familie davon, dass ich den Kleinen schön brav in sein Bett lege. Nachts kam das Glücksbärchen immer ganz schwer zur Ruhe und ließ sich nicht ablegen. Ich machte mir so einen Stress, dass er doch endlich wieder in sein Bett müsste. „Notgedrungen“ kuschelten wir und er schlief auf mir ein.

Eine Anschaffung hatte mir mein Mutterherz aber bereits vor der Geburt empfohlen: ein Bestellbett. Und das war auch gut so. In der ersten Nacht zu Hause schlief der kleine Mann fantastisch. Eben ganz nah bei Mama. Langsam fing es dann an, dass er auch auf mir schlief. Anfangs legte ich ihn mir zwischen 4 Uhr und 5 Uhr auf die Brust und wir schliefen so weiter und mit der Zeit wurde es immer früher. Bis es dann ab dem Zubettgehen so war. Erzählt habe ich das niemandem. Zumindest niemandem, der der Sache kritisch gegenüber steht. Ich habe es einfach genossen. Mit der Zeit lief der kleine Mann jedoch immer unruhiger in unserer Nähe und wir probierten sein Bettchen in seinem Zimmer aus. Da war er dann 7 Monate alt und hatte scheinbar genug nächtliche Mama-Nähe getankt, um ab da seelenruhig in seinem Bett zu schlafen. Aber ich behielt es bei, ihn in den Nächten, in denen er nicht durchschläft, wieder zu uns zu holen, um die restliche Nacht zusammen zu schlafen. Was auch ganz klar ist. Wenn der Glücksbär (egal in welchem Alter) bei uns im Bett schlafen möchte, dann wird er das immer dürfen. Niemals würde ich mein Kind in sein Zimmer zurückschicken.

Den Mittagsschlaf machen wir übrigens weiterhin immer gemeinsam kuschelnd im Ehebett. Das brauchen wir beide.

Aller Anfang ist schwer, doch es lohnt sich! (Blogparade: Schmerzfreier Stillstart)

Tabea von Mama-Baby-Vision hat zur Blogparade: Schmerzfreier Stillstart eingeladen. Da mir das Stillen selbst unglaublich wichtig ist und ich mit meiner 9-monatigen Stillerfahrung in meinem Umfeld (leider) fast schon zur Langzeitstillerin zähle, möchte ich natürlich sehr gerne an dieser Blogparade teilnehmen.

Für mich war von Anfang an klar: Ich würde stillen! Mein Stillstart hatte Höhen und Tiefen, psychisch und physisch. Und das möchte ich heute mit euch teilen.

Fangen wir doch mal mit der physischen Seite an. Dass es am Anfang schmerzhaft werden könnte, wusste ich bereits durch Freundinnen, die kurz vor mir Babys bekommen hatten. Aber ich wusste auch, dass die Brustwarzen sich mit der Zeit an das Stillen gewöhnen würden und ich dann schmerzfrei stillen könnte. Ich wurde auch immer vor dem Milcheinschuss gewarnt und so lagert in unserem Kühlschrank bereits Kohl und Quark in rauen Mengen. Ich konnte sehr froh sein, dass mit dem Stillen bei mir alles sofort klappte. Die Milch schoss bereits am 2. Tag nach der Geburt ein und mein kleiner Glücksbär nahm super zu. Wir verließen am 3. Tag das Krankenhaus und der Kleine hatte sein Geburtsgewicht bereits geknackt. Das machte mich so unglaublich stolz. Der Milcheinschuss war auch überhaupt nicht mit Schmerzen verbunden. Die Brustwarzen jedoch, die schmerzten… Bei jedem Anlegen. Wenn der Bär aber trank, tat es nicht mehr weh. Ich erinnere mich noch an einen Abend, als mein kleiner Mann „Blut“ spuckte, nachdem ich ihn gestillt hatte. Ich war natürlich direkt panisch, woher denn nun dieses Blut kommen würde. Als ich schon kurz davor war, unsere sieben Sachen zu packen und ins Krankenhaus zu fahren, bemerkte ich, dass Bärchen mir wohl meine Brustwarze blutig gesaugt hatte. In dem Fall war ich natürlich froh, dass das Blut von mir kam. Nach dem Stillen cremte ich die Brustwarzen fleißig mit der Brustwarzensalbe aus der Bahnhofsapotheke in Kempten ein. Nach ca. dreiwöchiger Stillbeziehung tat das Anlegen gar nicht mehr weh. Aber es kam etwas Neues. Eines Abends, der Papa war gerade passenderweise beim Fußballtraining, begann es nach dem Stillen in meiner linken Brust zu stechen. Fast nicht auszuhalten. Es war als würde jemand mit tausend kleinen Nadeln rund um die Brustwarze stechen. Nach 2 Stunden Qualen war es dann wieder vorbei. Doch es kam immer wieder. Vorwiegend mitten in der Nacht. So doll, dass ich mich gezwungen sah, Schmerzmittel zu nehmen, die aber auch nicht viel halfen. Es war zum Durchdrehen. Der Kleine lag nachts friedlich schlafend neben mir und ich konnte nicht schlafen und wollte mir am liebsten die Brust abreißen. Es stand im Raum, dass ich mir einen Soor eingefangen hatte. Die Hebamme meinte jedoch, dass man ja beim Kleinen nichts sieht (also keine weißen Punkte im Mund oder sonstiges). Deshalb schloss sie das aus. Sie tippte darauf, dass ein Milchkanal verstopft sei und ich diesen mit einer sterilen Nadel aufstechen soll, wenn die Schmerzen wieder kommen. Die Schmerzen kamen immer wieder und ich stach in meiner Brustwarze rum. Ohne Erfolg. Langsam war es zum Verrücktwerden. So zog sich das fast 1,5 Monate hin. Der Schmerz kam zwar nicht jeden Tag, aber eben doch immer wieder. Irgendwann rief ich dann doch nochmal meine Hebamme an und machte einen Termin aus. Und dabei stellte sich dann raus, dass es sich wohl doch um einen Soor handelte, der beim Kleinen einfach nicht ausgebrochen war, weil er ein gutes Immunsystem hat. Ich holte mir Globuli und eine Salbe, die bei den Kindern im Mund angewendet wird, wenn sie diesen Pilz haben. Diese schmierte ich mir auf die Brustwarze und zack die Schmerzen kamen nie wieder. Es war wirklich eine schlimme Zeit mit schlimmen Nächten, aber ich hatte kein einziges Mal daran gedacht, abzustillen. Ich bin sehr froh, dass ich das geschafft habe.

Doch es gibt nicht nur die physische Ebene, die im Bereich Stillen Schmerzen verursachen kann. Auch auf der psychischen Ebene kann es schmerzen. Wie oben schon geschrieben: Ich wollte unbedingt stillen. Ich stellte mir auch gar nicht die Frage, ob es klappen würde. Ich war mir da einfach sicher. Aber aus dem Umfeld kamen schon Bemerkungen, die einen hätten verunsichern können. Meine Oma beispielsweise konnte aufgrund ihrer Schlupfwarzen (damals gab es ja noch nicht die tollen Stillberatungen wie heute…) selbst nicht stillen und lag mir immer wieder in den Ohren: „Na mal schauen, ob du überhaupt stillen kannst…“ Auch meine Tante, der ich voller Stolz mein Stillkissen präsentierte, meinte: „Na hoffentlich kannst du überhaupt stillen.“ Mich verwunderten diese Aussagen doch etwas, aber ich ließ mich von meinem Optimismus nicht abbringen. Und es kam ja auch glücklicherweise so, wie ich es mir gewünscht hatte, das Stillen klappte. Aber die Kommentare aus meinem Umfeld bezüglich des Stillens hörten nicht auf. Anfangs stillte ich in zu kurzen Abständen, heute (Glücksbär ist 9 Monate) stille ich schon viel zu lange. (Auch nachzulesen in meinem Artikel Ich stille nach Bedarf) Am Anfang der Stillzeit schmerzten mich die Kommentare. Heute stehe ich drüber und zieh einfach mein Ding durch. Und das kann ich nur jedem anderen auch empfehlen.

Genießt eure Stillzeit. Beißt am Anfang ein bisschen die Zähne zusammen und holt euch im richtigen Moment Hilfe. Es lohnt sich.

Hier geht es zum nächsten Artikel der Blogparade: https://meinachtsamesleben.com/2016/06/12/blogparade-schmerzfreier-stillstart/

(M)ein Kind will getragen werden…

„Ich bin die typische Kinderwagen-Mami.“ So sicher war ich mir vor der Geburt des kleinen Glücksbären. Sieht doch viel schicker aus mit dem Kinderwagen durch die Stadt zu fahren und außerdem sind diese Tragen ganz schön öko. Gekauft habe ich mir trotzdem eine. Ich bat sogar eine Trageberaterin um Rat. Erstens wusste ich, dass ich Kanga machen würde und da braucht man schließlich eine, zweitens wollte ich vorbereitet sein, falls mein Baby ein Schreikind wäre.

Als der kleine Bär auf der Welt war, war er tatsächlich zufrieden in seinem Kinderwagen. Er schlief sofort ein und ich konnte die Kinderwagen-Mami sein, die ich gerne sein wollte. Zuhause schlief der kleine Mann brav in seinem Stubenwagen. Worauf ich sehr stolz war, denn mein Baby wollte nicht den ganzen Tag getragen werden. Ich war also auf dem besten Weg mein Kind nicht zu verwöhnen. Die Trage benutzte ich in den ersten zwei Monaten ein einziges Mal, weil der Kleine partout nicht einschlafen wollte. Ich packte ihn in die Trage. Glücksbär war 5 Minuten in der Trage und war eingeschlafen und zack band ich mir das Ding wieder ab und packte ihn in den Stubenwagen. Es wurde aber zusehends schwieriger den Kleinen zum Schlafen zu bringen. Er weinte viel. Tagsüber, abends… Und ich wusste mir nicht mehr zu helfen. Es wurde ganz schön anstrengend und die entspannte Zeit der ersten Wochen war vorbei.

Nach zwei Monaten, war dann meine erste Kanga-Stunde. Dafür hatte ich mir meine Trage ja auch gekauft. Glücksbärchen schlief wieder nach 5 Minuten selig und ohne Geschrei ein. Ab dem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass ich die Trage jetzt öfter benutzen würde. Es kam auch noch hinzu, dass der kleine Mann anfing ab und an im Kinderwagen zu weinen. Tja und so kam es: ich wurde eine Öko-Trage-Mami. Ich trug mein Baby viel daheim und auch unterwegs. Und: Ich fand es wunderschön. Vor allem merkte ich wie das Tragen ihn zufrieden machte und das machte wiederum mich zufrieden.

Aber: Auch hier kam ich immer wieder ins Zweifeln, denn auch bei diesem Thema blieben die Reaktionen des Umfeldes nicht aus. Das erste Mal konfrontierte ich meine Familie (Oma und Mama) beim Einkaufen im schwedischen Möbelhaus mit der Trage. Die beiden konnten so gar nichts damit anfangen. Sagten aber auch nichts weiter dazu. Ich merkte aber, wie sie immer neidisch zu den Mamas rüber schauten, die ihre Kinder im Maxi-Cosi durch die Gegend schoben. Dass ich keinen Kinderwagen mitnehmen konnte, war ihnen schon klar gewesen, sonst würden ja keine Möbel mehr ins Auto passen. Aber ich hätte ihn doch wenigstens im Kindersitz durch die Gegend schieben können. Das schwedische Möbelhaus stellt ja extra fahrbare Untersätze dafür bereit. Ich wies dies ab, indem ich ihnen erklärte wie schädlich das für den Rücken des Kindes sei. Und dann kam der Satz der kommen musste: „Aber diese Trage soll gut sein?“ Mir blieb nur übrig zu sagen: „Ja! Das ist sie.“ Auch meine Schwiegermutter hatte zu dem Thema was beizusteuern. Als wir auf einer Geburtstagsfeier waren und ich den Kleinen in der Trage zum Schlafen brachte und er nach ca. 20 Minuten wieder aufwachte, sagte sie (natürlich an mein Baby gerichtet, was sie immer so macht, wenn sie unterschwellig Kritik üben möchte): „Naja, in diesem Ding kann man ja auch nicht schlafen…“ Es ging sogar so weit, dass Oma und Opa mir eine Zeit lang den Kleinen wegnehmen wollten, sobald ich die Trage auspackte. Sie wollten ihn in sein Bettchen (was sie bei sich zu Hause für ihn aufgebaut hatten) legen und dort zum Schlafen bringen. „Da schläft er doch viel besser.“ Da musste ich dann schon sehr direkt werden und sagen, dass ich das nicht möchte. Zumal ich zu dem Zeitpunkt einfach wusste, dass er dort nicht schlafen würde. Und natürlich brachten mich die vielen Kommentare zum Thema Trage doch immer wieder ins Wanken. Natürlich wusste ich, dass Tragen gesund ist und dem Kind gut tut, aber ich machte mir anfangs schon Gedanken, dass ich mein Baby verwöhnen würde. Ich war mir irgendwann sicher, dass er tagsüber nie wieder woanders schlafen würde. Aber dennoch ließ ich mich von meinem Bären leiten und trug ihn, wenn er danach verlangte.

Heute ist er 8,5 Monate alt. Den Vormittagsschlaf macht er immer in der Trage und den Nachmittagsschlaf Großteils auch. Kommentare kommen nicht mehr. Zumindest nicht aus der Familie. Aber beim Einkaufen sprechen mich Fremde doch immer wieder darauf an. „Der findet es doch doof da drin zu sitzen oder?“, sagte neulich die Metzgereifachverkäuferin zu mir. Wie sie darauf kommt? Keine Ahnung. Denn mein Baby schaute zu dem Zeitpunkt sehr glücklich in die Fleischtheke. „Aber Sie haben schon auch einen Kinderwagen, oder?“, kam es von einer älteren Frau. Und natürlich werde ich auch immer wieder gefragt, ob der Kleine nicht langsam zu schwer wäre. Ich beantworte die Fragen freundlich und lass mich gar nicht mehr verunsichern.

Was ich zum Thema Tragen aber aus heutiger Sicht sagen muss: Ich hätte viel früher damit anfangen sollen. Am liebsten direkt im Krankenhaus. Ich hätte dem Glücksbären und mir viele Schreistunden erspart. Ich bereue es sehr, dass ich ihm nach seiner Ankunft nicht direkt das Gebärmutterfeeling zurückgegeben habe, indem ich ihn einfach getragen habe. Das ist etwas, das ich beim zweiten Kind definitiv anders machen werde. Da kommt die Trage direkt mit ins Krankenhaus.

Denn mein Kind will getragen werden…

Ich stille nach Bedarf…

Als ich schwanger war, war ich mir sicher, dass ich mein Baby nur alle 3 Stunden stillen würde. Ich bin die geborene Planerin. Zeitpläne sind genau mein Ding. Ich mag es, wenn etwas berechenbar ist und wenn es nach Schema F abläuft. Typisch Lehrerin eben…. Diesen Plan habe ich aber nach der Geburt des kleinen Glücksbären umgehend wieder verworfen! Zum Glück, denn es hat meinem Kind und mir viel Stress erspart. In diesem Fall macht man sich das Leben tatsächlich einfach nur schwer, wenn man sich an Zeitpläne hält.

Die Reaktionen meiner Umwelt blieben natürlich nicht aus. Vor allem die der Frauen meiner Familie. Allesamt Verfechterinnen des 4-Stunden-Stillabstandes. An folgende Szene erinnere ich mich noch genau und es versetzt mir immer noch einen Stich. Am Tag meiner Entlassung aus dem Krankenhaus, rief ich voller Stolz meine Oma an, denn ich wollte ihr erzählen, dass wir mit dem kleinen Glücksbären zu Hause eingezogen waren und dass alles prima lief. Doch es kam umgehend DIE Frage: „Und? Wie oft lässt du ihn trinken?“ „Naja aktuell trinkt er so alle 2 Stunden ungefähr.“ Und prompt kam eine extreme kalte Antwort: „Aha. Das musst du unbedingt strecken. Das geht so nicht. Du musst ja dann nachts auch schlafen. Da musst du schon an dich denken.“ Ich war vollkommen geknickt. Auch rückblickend trifft mich diese Szene genau ins Herz. Man ist ja kurz nach der Geburt eh so verwundbar und dann wird einem direkt so etwas Negatives an den Kopf geknallt. Ich ließ mich jedoch nicht von meinem Weg abbringen und stillte einfach, wann es mein kleiner Bär verlangte. Aber Einfluss hatte dieses Gespräch schon auf mich. Ich log meine Familie ständig an, was die Stillzeiten anging. Wenn ich bei ihnen war und stillte, kam meist die Frage: „Wann hast du das letzte Mal gestillt?“ „Ach das ist schon über 3 Stunden her…“ Wenn ich innerhalb der Zeit, die wir uns sahen, zweimal stillen musste, sagte ich: „Der hat sich beim letzten Mal nicht richtig satt getrunken.“ Kurzum ich versuchte es meiner Familie recht zu machen. Heute 8,5 Monate später würde ich das nicht mehr tun, ich würde selbstbewusst sagen, dass das ja ganz allein unsere Sache ist. Damals war ich einfach noch nicht so selbstsicher in diesem ganzen Mama-Ding. Aber dennoch hat mich der Stillabstand doch immer beschäftigt. Manchmal hab ich mich von dieser Erwartungshaltung, dass es sich doch irgendwann zumindest mal auf einen 3- Stunden-Abstand einpendeln sollte, beeinflussen lassen. Manchmal war ich dann innerlich doch etwas sauer, wenn der Kleine schon nach 1,5 Stunden wieder trinken wollte. Aber ich habe trotzdem nicht an seinen Stillabständen rumgedoktert, sondern habe sie so hingenommen und mittlerweile ist es mir auch total egal, ob der Glücksbär nach einer Stunde wieder trinken möchte oder nach 4. Gut bis auf nachts. Da ist es mir nicht so egal. 😀

Aber ich stille nicht nur nach Bedarf. Sondern ich stille jetzt auch bereits seit 8,5 Monaten und es ist kein Ende in Sicht. Auch das stößt beim Umfeld nicht immer auf Verständnis. Bis Glücksbär 6 Monate alt war, waren alle zufrieden. Die 6 Monate MUSS man schließlich stillen. Sind die 6 Monate aber rum, sollte man doch bitte so schnell wie möglich abstillen. Seitdem lebe ich also mit Kommentaren wie: „Ich seh schon, du stillst den noch, wenn er in die Schule geht…“ Das nehme ich jedoch mit Humor. Was ich nicht mehr so mit Humor nehme, ist die Unterstellung, dass die Muttermilch nicht mehr ausreicht, um den Kleinen satt zu machen oder um seinen Durst zu stillen und deswegen ständig drauf hingewiesen wird, dass er mehr essen oder mehr Wasser trinken sollte. Die Unwissenheit, mit der solche Aussagen getroffen werden, nervt mich dann doch manchmal…

Aber ich lasse mich nicht weiter davon beeinflussen. Ich stille, solange wie es uns gefällt. Glücksbärchen genießt das und ich auch. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich um den ersten Geburtstag herum zumindest tagsüber abstille und nur noch abends und nachts stille. Aber das schauen wir, wenn es so weit ist.

Bis dahin stille ich fröhlich weiter… Auch weiterhin nach Bedarf!

Warum eigentlich bedürfnisorientiert?

Kurze und knappe Antwort, weil es einfach Sinn macht. So ist es „artgerecht“ (um es in Nicola Schmidts Worten zu sagen). So entspricht es unseren Instinkten. So fühlt es sich richtig an. Es macht uns glücklich und unsere Kinder auch. Wir müssen uns nicht mehr permanent Gedanken darüber machen, ob wir unser Kind zu sehr verwöhnen. Wir verwöhnen es einfach, weil dieses kleine Wesen nichts anderes verdient hat. Es ist auf uns und unsere bedingungslose Liebe angewiesen.

Zu Bedürfnisorientierung gehört für mich, dass ich mein Kind stille, weil Stillen so viel mehr ist als nur Nahrungsaufnahme. Es ist Liebe tanken, mit Mama kuscheln, einander ganz nah sein. Und nebenbei bekommt das Kind eben noch das bestmögliche Immunisierungspaket. Auch das Tragen spielt eine große Rolle. Babys sind Traglinge. Sie haben angeborene Reflexe, die uns das zeigen. Sie wollen getragen werden. Auch das selbstbestimmte Essen macht einen bedürfnisorientierten Umgang mit unserem Kind aus. Dass wir ihm eben nicht den Löffel mit Brei reinschieben, sondern es selbst ausprobieren lassen, die Beikostreifezeichen beachten und auf sein eigenes Sättigungsgefühl vertrauen. Wichtig ist mir auch, dass mein Kind immer bei mir schlafen darf, wenn es das braucht. Und für mich der allerwichtigste Punkt: Ich lasse mein Kind niemals schreien. Ich kann es nicht, weil ich dieses Geräusch keine 30 Sekunden aushalte und es fühlt sich einfach falsch an. Ich nehme jedes Weinen meines Kindes ernst, denn es ist seine einzige Möglichkeit, sich mir mitzuteilen.

Das sind die Dinge, die aktuell für mich die Grundpfeiler für den bedürfnisorientierten Umgang mit meinem Glücksbären darstellen. Aber wie es auch immer wieder bei Katharina Walters Beziehung-statt-Erziehungs-Kongress angesprochen wurde: Das ist noch nicht alles. Auch das Gefühl muss stimmen. Ich muss mich in mein Kind einfühlen, seine Bedürfnisse erspüren. Ich muss ihm Vertrauen schenken. Es selbstständig die Welt entdecken lassen. Und ich muss auch meine eigenen Bedürfnisse erspüren und auf mich achten, damit ich ausreichend Kraft habe, mein Kind auf diese Art und Weise zu begleiten können.

Und so verwöhne ich mein Kind fröhlich weiter.

Eure Liebesmama

Warum ich diesen Blog schreibe?

Ich möchte diesen Blogeintrag nutzen, um euch zu erzählen, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, diesen Blog zu erstellen. Der Gedanke, über das Leben mit meinem kleinen Glücksbären und seinem Papa zu bloggen, wuchs schon länger in mir. Ich hatte immer wieder darüber nachgedacht und die Idee doch immer wieder verworfen. Doch gestern wollte ich den Gedanken nicht mehr wegschieben und habe einfach angefangen.

Dafür muss ich mich vor allem bei Katharina Walter (http://www.meingeliebteskind.com/blog/) der Veranstalterin des „Beziehung statt Erziehung“- Kongresses bedanken. Ihre Arbeit und die geführten Interviews haben mich in den letzten Tag vermehrt zum Nachdenken gebracht und mich in dem, was ich tue, sehr bestärkt. Sie hat mich mutig gemacht, meinen Weg zu gehen. In den Interviews wurde eine Sache immer wieder stark hervorgehoben: „Achte nicht so sehr darauf, was die Leute außenherum denken, mach dein Ding.“ Und das will ich mir so sehr zu Herzen nehmen.

Es gibt ja bereits viele Blogs, die sich mit Bedürfnisorientierung auseinandersetzen. Viele schöne Blogs, die mich auf meinem bisherigen Weg durch das Elternsein begleitet haben. Die Meisten von ihnen werden aber von „Experten“ geschrieben, die Attachment Parenting schon viele Jahre „betreiben“ und schon viele Erfahrungen gesammelt haben und in ihrem Weg gefestigt sind. Mein Blog soll aber mehr den Prozess aufzeigen. Ich hab meine Mutterrolle vor und während meiner Schwangerschaft ganz anders definiert. Durch das Kennenlernen meines Kindes und die überwältigende Liebe zu diesem habe ich eine 180 Grad Wendung vollzogen und einen anderen Weg eingeschlagen. Einen Weg, der sich komplett richtig und gut anfühlt. Ich möchte diesen Weg mit euch teilen. Mit allem, was er so mit sich bringt. Es wird viele schöne Momente geben, in denen ich mich wie Supermami fühle. Es wird aber sicher auch Momente geben, in denen ich hadere und mich vor allem wieder von meiner Umwelt beeinflussen lasse. Ich kann mir vorstellen, dass das Lesen meines Blogs auch den Eltern hilft, die sich ebenfalls gerade auf einem ähnlichen Weg befinden. Sie können erfahren, dass wir ähnliche Dinge durchmachen. Die gleichen Glücksmomente, aber auch die gleichen Tiefschläge.

Ich freu mich auf diesen Weg.

Eure Liebesmama

Mein Wunsch, mein Glücksbar, sein Papa und ich

In mir ist ein Wunsch gewachsen. Seit 8 Monaten wächst er nun unaufhaltsam in mir heran und wird immer größer. Mein Wunsch, die Mama zu werden, die ich gerne sein möchte. Dazu gehört ein bedürfnisorientierter Umgang mit meinem Kind, ein glückliches Zusammenleben in der Familie, in der alle gleichermaßen gehört werden, und eine Abkehr von den alten Erziehungsmustern.

Vor mehr als 8 Monaten bin ich zum ersten Mal Mama geworden von meinem kleinen Glücksbären. Ich begann meine Reise als Mama mit allerlei festgelegten Plänen.

  1. Mein Kind soll niemals im Elternbett schlafen. (Immerhin hörte ich damals schon auf mein Herz und kaufte ein Beistellbett, was dazuführte, dass mein kleiner Schatz von Anfang an sehr nahe bei mir lag)
  2. Mein Kind hat feste Stillzeiten und mit 6 Monaten stille ich ab.
  3. Nach der Stillzeit gibt es Brei. Eingeführt nach Schema F.
  4. Das Kind soll bloß nicht zu viel getragen werden. Nachher gewöhnt es sich noch daran.
  5. Das Kind wird nicht auf uns schlafen, sonst will es das am Ende immer.

Diese „Regeln“ erlegte ich uns als Eltern auf. Immer schön geschürt von Gesprächen mit meiner Familie und der Familie des lieben Papas. Alle waren sich einig, dass das der Schlüssel zum Erfolg sei und mit dieser Einstellung startete ich ins das Leben als Mutter.

LEIDER! Wie ich heute 8,5 Monate später sagen muss. Hätte ich nur damals all das gewusst, was ich heute über Babys weiß. Ich hätte vieles von Anfang an anders gemacht. Aber so ist es nun mal und ich bin ein weiterer Beweis dafür, dass unsere Kinder unsere besten Lehrer sind und uns den richtigen Weg als Eltern zeigen.

Ich erinner mich noch an die Anfangszeit. Ich war sooo stolz, dass mein kleiner Glücksbär überall schlief nur nicht auf mir. Und das kommunzierte ich auch bei jeder Gelegenheit. Im Gespräch mit meiner Familie erwähnte ich immer Freundinnen oder Bekannte, die mir berichteten, dass ihr Kinder nur getragen werden wollen oder nur auf ihnen schlafen. Dabei betonte ich immer, wie glücklich ich sei, dass das bei uns ja ganz anders ist. Zu der Zeit war ich mir sicher, dass man ein Kind durchaus verwöhnen kann. Wobei ich da nie das Wort VERwöhnen verwendet habe. Ich habe immer davon gesprochen, dass diese Kinder halt an diese Dinge bereits GEwöhnt sind und unser Kleiner eben nicht. Aber mein Kleiner sollte mich noch eines Besseren belehren.

Denn irgendwann begann die Reise zu einem veränderten Denken ganz automatisch. Ich fing an meinen Weg zu gehen. Mich selbst zu suchen. Und dies möchte ich mit euch teilen. Ich möchte, dass ihr mich begleitet. Alle Höhen und Tiefen miterlebt, den der Wunsch mit sich bringt, sein Kind bedürfnisorientiert zu begleiten.

In den nächsten Wochen werde ich Beiträge zu den Schlagwörtern des bedürfnisorientierten Umgangs mit Babys (BLW; Tragen, Stillen, Familienbett…) aufgreifen und aufschreiben, wie ich mich in diesen Bereichen entwickelt habe.

Ich freue mich über eure Kommentare und jegliche Reaktionen auf meine Blogbeiträge.

Eure Liebesmama